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Finanzdienstleistungen

Zugang zu Kapital für Menschen in Armut

Celina Y., Kreditnehmerin 

Wirtschaftlich arme Menschen sind von Finanzdienstleistungen oft ausgeschlossen

1.8 Milliarden Menschen auf der Welt haben weniger als 3.20 US-Dollar (Kaufkraft) am Tag um zu leben, rund 700 Millionen leben unterhalb der internationalen Armutsgrenze von 1.90 USD pro Tag (Quelle: Weltbank). Das sind weniger als noch vor 10 Jahren und dennoch eine zu grosse Anzahl. Damit diese Menschen sich aus der Armut befreien können, brauchen sie Kapital, um in ihre eigene und in die Zukunft ihrer Kinder investieren zu können.

Die meisten dieser Menschen haben jedoch weder ein regelmässiges Einkommen, noch verfügen sie über die nötigen Sicherheiten, und so bekommen sie in der Regel keinen Kredit bei einer normalen Bank. Zudem sind arme Menschen für kommerzielle Banken uninteressant, denn der Arbeits- und Kostenaufwand ist viel zu hoch bei Kredithöhen von durchschnittlich CHF 100 bis 300.

Zugang zu Finanzdienstleistungen als Basis

Opportunity International und ihre lokalen Partnerorganisationen setzen sich seit vielen Jahren dafür ein, dass Menschen ohne regelmässiges Einkommen, ohne finanzielle Sicherheiten und ohne Identifikationspapiere Zugang zu Mikrokrediten und anderen Finanzdienstleistungen erhalten. Die Kreditvergabe erfolgt dabei in Gruppen oder individuell. Bei der Kreditvergabe innerhalb einer Gruppe bürgen die Mitglieder füreinander und besuchen gemeinsam die wöchentlichen betriebswirtschaftlichen und sozialen Schulungen. Kredite und Sparmöglichkeiten bieten Basis für den Aufbau von Klein(st)unternehmen, sie steigern die Ernteerträge von Kleinbäuerinnen und -bauern, sie ermöglichen Kindern den Schulbesuch und helfen mit, Krankheiten und Mangelernährung zu verringern. Mittlerweile gibt es vielerorts ein gutes Netz an lokalen Mikrofinanzinstitutionen, mit denen Opportunity eng zusammenarbeitet.

Mikrofinanz 2.0 und weiter

Durch die langjährige Hilfe vor Ort und der Evaluierung der Bedürfnisse der Menschen, hilft Opportunity Schweiz mit, dass neue Finanzprodukte und -dienstleistungen entwickelt und eingesetzt werden, die der lokalen Situation angepasst sind und den Ärmsten dienen. Beispiele dafür sind:

  • Schaffen von Möglichkeiten für digitale Geldtransfers
  • Fördern von kleinen mobile Banken
  • Finanzielle Bildung bzw. Kompetenzen im Umgang mit Geld fördern

Heute sind die Begünstigten unserer Projekte in den meisten Fällen zugleich auch Kunden/Kundinnen einer Mikrofinanzinstitution, mit der wir in enger Verbindung sind. Armutsbekämpfung betreiben wir durch die Förderung von Kleinunternehmertum, was wiederum mit dem Zugang zu Finanzdienstleistungen verbunden ist.