Morgens startet das Coiffeur-Team mit Gebet

7. November 2017

Bevor der Tag mit Haare waschen, Zöpfe flechten und Lockenwickler drehen startet, wendet sich die Ausbilderin Dorcas Amankwa mit ihren zehn jungen Schützlingen Gott zu, dem sie alles zu verdanken haben. Üblicherweise in Afrika wird dazu gesungen und getanzt.

Die jungen Frauen aus dem YAP – Programm (Youth Apprenticeship Programme) haben die Chance ergriffen und erhalten eine dreijährige staatlich anerkannte handwerkliche Ausbildung. Eine Berufsausbildung in Ghana kostet Geld und viele

Familien in Ghana können sie sich nicht leisten. Darum leben viele Jugendliche mehr oder weniger auf der Strasse. Sie versuchen einen Tagelöhner Job zu ergattern oder verkaufen Kleinigkeiten mitten im afrikanischen Grossstadtchaos – ein gefährlicher Versuch, ein wenig Geld zum Überleben zu erwerben.

 

Mary Naa konnte mit dem Berufsausbildungsprogramm eine Coiffeurausbildung erlernen.

« Dorcas ist eine gute Ausbilderin. Sie ist für mich ein Vorbild.»

Mehrheitlich junge Frauen, aber auch Männer, erlernen während drei Jahren ein Handwerk. Bezugspersonen unseres Partners Sinapi in Ghana begleiten die Jugendlichen auf ihrem Weg in ein neues Leben hinein. Regelmässige Workshops über Gesundheit, Administration und Geschäftsaufbau bereiten die Jugendlichen auf ihre Zukunft vor. Während der drei Jahre entwickeln sich die einst benachteiligten jungen Frauen und Männer zu selbständigen und selbstbewussten Persönlichkeiten. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung dürfen sie mit einem zinslosem Start-up Kredit ein eigenes kleines Geschäft aufbauen. Allerdings bleiben viele Jugendliche die ersten 1 -2 Jahre noch bei ihrem Ausbilder, um Erfahrungen zu sammeln und ihren Lehrmeistern auf diese Art Danke zu sagen, bevor sie den Schritt in die Selbständigkeit wagen.

Mit einer Patenschaft von CHF 40,- pro Monat wird das Leben eines Jugendlichen und seiner Familie bedeutend verändert. Neue Hoffnung entsteht und schlussendlich treten diese jungen Frauen und Männer aus der Armut heraus. Die Projektauswertungen zeigen, dass sich die Lebensumstände der Jugendlichen nach der Ausbildung deutlich verbessern.