Gemeinsam demonstrierten sie für Toiletten

8. November 2017

Immer noch gibt es ganze Dörfer im Norden Indiens, die kaum eine Toiletten besitzen. Die Menschen verrichten ihre Notdurft auf den Feldern. Die Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung sind immens.

Während der Ausbildung zur Gesundheitsberaterin lernte Seema, dass jeder Familie Subventionen der Regierung für den Bau einer Toilette zustehen und wie man den Antrag dafür stellt. Doch trotz ihres Einsatzes für ihre Familie und andere Dorfbewohner verweigerte die Dorfverwaltung die versprochene Unterstützung. Seema tat sich mit mehreren Frauen zusammen und organisierte einen Sitzstreik vor dem Rathaus. 150 Frauen konnte sie für diesen Einsatz gewinnen. Nach 5 Stunden Sitzstreik gab der Beamte auf  und verteilte die Subventionen für den Toilettenbau.

„Wenn wir Frauen zusammenstehen und nicht aufgeben, ist Veränderung möglich .“

Mit dem Projekt „Gesundheit für Dorfgemeinschaften“ konnten über 350 Frauen im Norden Indiens zu Gesundheitsberaterinnen ausgebildet werden. Diese verbreiteten ihr Wissen in den Dörfern und sind erste Ansprechpartnerinnen bei gesundheitlichen Problemen oder Notfällen. Damit wurden fast 13’000 Familien über Gesundheitsvorsorge, gesunde Ernährung und Hygiene aufgeklärt. Richtiges Händewaschen ist eine der Anwendungen, welche die Gesundheitsberaterinnen an die Dorfbewohner weitergeben. Auch in den öffentlichen Schulen konnten die ausgebildeten Beraterinnen ihr Wissen über Hygiene, Zähne putzen und allgemeine Sauberkeit weitergeben. Bei schwereren Erkrankungen stellen die Gesundheitsberaterinnen die Verbindung zu Ärzten her.