„Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es so ein Programm wirklich gibt“

19. April 2017

Auf unserer Projektreise besuchten wir Agnes, die mit verantwortlich für das Berufsausbildungsprogramm in Ghana ist. In diesem erhalten arme Jugendliche die Chance, eine dreijährige handwerkliche Ausbildung zu absolvieren. Die 28 Jahre junge Frau hat in Kumasi einen Studienabschluss in Business Administration erworben. Seit 2015 arbeitet sie bei Sinapi, dem Partner von Opportunity in Ghana. Folgende Fragen konnten wir ihr in einem Interview stellen:

Was begeistert dich an diesem Programm?

Das Berufsausbildungsprogramm ist grossartig. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es so etwas wirklich gibt. Es bietet nachhaltige Hilfe für arme, arbeitslose junge Frauen und Männer. Sie erhalten eine aussergewöhnliche Chance für ihr Leben. Ich habe einschneidende Veränderungen im Leben der Jugendlichen gesehen, nachdem sie die Ausbildung abgeschlossen hatten. Sie reiften in ihrer Persönlichkeit und gewannen an Selbstvertrauen.

Was sind die Herausforderungen des Programms?

Der Alltag der in Armut lebenden Jugendlichen bestand aus dem täglichen Überleben und zeitweisen Gelegenheitsjobs, bevor sie die Ausbildung beginnen konnten. Es gab keine Regelmässigkeit in ihrem Leben. Am Anfang haben einige Jugendliche an einigen Tagen geschwänzt. In Gesprächen machte ich ihnen deutlich, dass ihr Einsatz sehr wichtig ist für den erfolgreichen Abschluss der Handwerkslehre. Inzwischen nehmen alle die Arbeit sehr ernst.

Wie erleben die Jugendlichen das Programm?

Als ich jeden einzelnen der Jugendlichen besuchte, habe ich die Alltagsrealität kennengelernt und gesehen, dass viele Familien sehr arm sind. Einige Jugendliche haben Probleme beim Lernen, weil sie kaum die Schule besucht haben. Sie brauchen immer wieder Ermutigung, um das Programm wirklich durchzuhalten.

Was ist dir besonders wichtig bei dem Programm?                          

Mir ist es wichtig, dass die Jugendlichen Vertrauen zu mir haben. Ich möchte ihnen helfen, die drei Jahre Ausbildung durchzuhalten und gut abzuschliessen.

Wir sind sehr dankbar für Agnes, die engagiert dazu beiträgt, dass viele Jugendliche in Ghana mit einer handwerklichen Ausbildung einen nachhaltigen Weg aus der Armut herausgehen können.