Nicaragua: Maniokanbau gegen Armut

Förderthema:

Social Enterprise

Region:

Granada/Masaya/León, Nicaragua

Lokaler Partner:

Opportunity International Nicaragua (OIN)

Projekt Nr:

20501

Projektlaufzeit:

2015 – 2017

Projektkosten:

CHF 500’000

Spenden

 

dieter2Dieter Cano bewirtschaftet 70 Aren Ackerland in der Gemeinde Comejen. Der Ertrag seines kleinen Landwirtschaftsbetriebs reichte kaum zum Überleben seiner fünfköpfigen Familie. Seine Familie pflanzt seit drei Generationen Maniok, Mais und Bohnen an. Auch ein paar Mangobäume finden sich auf seinem Land. Seit einem Jahr profitiert er von den landwirtschaftlichen Schulungen und dem neuen Maniok-Saatgut. Die Qualität seiner Maniokernte hat zugenommen und damit auch die von ihm erzielten Verkaufspreise.

SITUATION

Nicaragua ist das zweitärmste Land Lateinamerikas. Von seinen rund sechs Millionen Einwohnern leben ca. 43 Prozent unterhalb der Armutsgrenze. Vor allem in den länglichen Gebieten ist die Armut gravierend hoch. Rund 70 Prozent der Kleinbauern Nicaraguas sind in einem Armutskreislauf gefangen: Es fehlt an hochwertigem Saatgut, landwirtschaftlichem Fachwissen und Zugang zu Absatzmärkten. Aufgrund magerer Ernten können sie nur selten über den Eigenbedarf hinaus produzieren. Zudem ist die derzeitige Qualität und Haltbarkeit ihrer Produkte, vor allem beim Hauptanbauprodukt Maniok, für den Verkauf an regionale und überregionale Märkte unzureichend. Durch die niedrige Qualität und den fehlenden Zugang zu geeigneten Absatzmärkten haben die Kleinbauern keine Möglichkeit ihr Einkommen zu steigern und ihre Lebensverhältnisse zu verbessern.

Projektziele

Im Rahmen des Projektes „Maniokanbau gegen Armut“ sollen in den nächsten zwei Jahren insgesamt 1’200 Bauernfamilien in den Regionen Granada, Masaya und León unterstützt werden. Die Kleinbauern erhalten Schulungen, damit sie Maniok mit hoher Qualität anbauen können. Landwirtschaftskredite sollen den Kauf von hochwertigem Saatgut und Erntegeräten ermöglichen.

Aktivitäten

Mit der Errichtung einer Verarbeitungsanlage in Granada erhalten die Kleinbauern die Möglichkeit, die Haltbarkeit ihrer Maniokernte durch einen Wachsüberzug erheblich zu verlängern. Durch diese Veredelung ist der Maniok für längere, überregionale Transportwege geeignet und erfüllt die hohen Qualitätsanforderungen bei Endabnehmern. So sind sie in der Lage, ihre Ernte an lokale und regionale Märkte sowie an nationale Supermärkte und Nachbarländer zu verkaufen. Die Verarbeitungsanlage bietet zudem die Möglichkeit, Maniok von geringerer Qualität zu Speisestärke und Tierfutter zu verarbeiten und diesen an internationale Unternehmen verkaufen zu können. In landwirtschaftlichen Schulungen erlernen die Kleinbauern Anbaumethoden, um hochwertigeren Maniok anzubauen. Durch die verschiedenen Projektmassnahmen wird für die Kleinbauern eine Einkommenssteigerung von bis zu 30 Prozent erwartet.

Mittlerweile profitieren über 1’000 Yuca-Farmer von den Anbau-Trainings, von den Landwirtschafts-Krediten und von der professionalisierten Verarbeitung durch die Anlage in Granada. Die Marktnachfrage nach qualitativ hochwertigem Maniok ist in Zentralamerika steigend und das Abnahmepotenzial ist gross. In naher Zukunft werden Tausende von Maniokbauern in der Umgebung und in entfernteren Regionen ihre Ernteerträge und somit ihr Familieneinkommen erheblich steigern können.

Fakten über Nicaragua

Hauptstadt
Managua
Einwohner
5,85 Millionen
Anteil der Menschen unterhalb der Armutsgrenze (weniger als 1,25 USD am Tag zur Verfügung)
42,5 %
Lebenserwartung
72,72 Jahre
Alphabetisierungsquote
78 %
BIP pro Kopf/Jahr
3'435 Euro
Prozentualer Anteil der Beschäftigungssektoren
Landwirtschaft: 31 % Industrie: 18 % Dienstleistung: 50 %
Inflationsrate
5,7 %
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